: MARCELLE SAUVAGEOT

FAST GANZ DIE DEINE

Ein musikalisch-literarischer Abend mit Johanna Wokalek und dem Merlin Ensemble Wien.

Mo., 5. Oktober 2015
Beginn um 20 Uhr
Deutsches Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 20099 Hamburg

Karten: € 36, € 27, € 19 (nur an der Theaterkasse: € 10 für Schüler, Studenten, Azubis – keine Gruppen)
Vorverkauf: Kasse im Schauspielhaus (Tel.: 040 / 24 87 13), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online
Mo., 5. Oktober 2015, Beginn um 20 Uhr

Mit: Johanna Wokalek und dem Merlin Ensemble Wien: Martin Walch (Violine), Till A. Körber (Klavier) und Luis Zorita (Violoncello)

Marcelle Sauvageot (1900–1934) verfasste nur ein einziges Werk, das posthum veröffentlicht wurde. Es ist ihre – nie abgeschickte – briefliche Antwort an ihren Verlobten, der sie kurz zuvor verlassen hatte. Sauvageot reagiert darin auf dessen lapidar-grausame Ankündigung: »Ich heirate … Unsere Freundschaft bleibt …«

Die Schauspielerin Johanna Wokalek hat mit »Fast ganz die Deine« eigens für das Hamburger Theater Festival einen Abend konzipiert, der das diesjährige Thema Macht-Ohnmacht aufgreift. Aus der seelischen Ohnmacht des Verlassenwerdens rettet sich Marcelle Sauvageot mit einem Frontalangriff: Die Verlassene greift zur Feder, und mit jedem Satz ihrer klaren Analyse der Situation und des Charakters des Briefempfängers gewinnt sie die Macht über ihr Gefühlsleben zurück.

»… es ist der radikale Blick einer Frau auf einen Mann, ja, auf das männliche Geschlecht. Der ganze Geschlechterkrieg des 20. Jahrhunderts spielt sich zwischen diesen Briefzeilen ab. Die Frau: ein leidendes, leidensbereites, zorniges, mit Worten aggressives Wesen. Der Mann: ein Flüchtender mit halbherzigen Gefühlen und Entscheidungen, dem im Zweifelsfall die einfache Lösung lieber ist als die seelisch komplizierte.« Deutschlandfunk

Johanna Wokalek, vielfach ausgezeichnete Schauspielerin, Ensemblemitglied am Burgtheater Wien, bekannt aus zahlreichen Filmen (»Der Baader Meinhof Komplex«, »Die Päpstin«), war beim Festival bereits 2013 in Luc Bondys »Tartuffe« und 2014 bei »Zwischenfälle« von Andrea Breth zu sehen.