: RAINER WERNER FASSBINDER

DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT

Eine Produktion des Residenztheaters München,
eine Kooperation mit Kampnagel

Mi., 3. Oktober 2018, Beginn 19:30 Uhr
Do., 4. Oktober 2018, Beginn 19:30 Uhr
Fr., 5. Oktober 2018, Beginn 19:30 Uhr

 

Auf Kampnagel, K6, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg

Karten: € 52 (nur an der Theaterkasse: € 10 für Schüler, Studenten, Azubis – keine Gruppen)
Aus künstlerischen Gründen können wir lediglich max. 260 Zuschauer pro Vorstellung direkt und nah um die Spielfläche herum platzieren. Deshalb haben die Karten einen Einheitspreis. Wir bitten um Verständnis.

Vorverkauf: Kasse auf Kampnagel (Tel.: 040 / 27 09 49 49), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online

 

Fr., 5. Oktober 2018, Beginn 19:30 Uhr
 

Mit: Bibiana Beglau, Elisabeth Schwarz, Marina Blanke, Michaela Steiber, Andrea Wenzl, Sophie von Kessel

 

Regie: Martin Kušej, Bühne: Annette Murschetz, Kostüme: Heidi Hackl, Musik: Jan Faszbender, Licht: Tobias Löffler, Dramaturgie: Andreas Karlaganis

Sechs Frauen versammeln sich in einem luxuriösen Appartement zum emotionalen Ringkampf. Im Zentrum steht die amour fou zwischen der erfolgreichen Modedesignerin Petra von Kant und der jungen, aber mittellosen Karin Thimm, die aus Petras Zustand hysterischer Verliebtheit Profit zu schlagen weiß. Eine Dynamik der Ausbeutung nimmt ihren Lauf, an der Mutter und Tochter genauso teilhaben wie die stumme Marlene, die Petra abgöttisch liebt. Sie alle sind Teil einer Anordnung wechselseitiger Abhängigkeit in der Hochglanzwelt der Upperclass, von Fassbinder mit voyeuristischem Blick seziert.

 

In Martin Kušejs dichter Inszenierung werden die Zuschauer zu Zeugen des psychologischen Kammerspiels, das sich im Zentrum der Zusehenden befindet. Der Glaskasten, in dem sich die Handlung entfaltet, erinnert an einen Verhörraum oder auch an das Setting einer Peepshow. Szene um Szene wird immer wieder durch so genannte Blacks (Licht aus) unterbrochen, in denen sich der Zuschauer auf einmal selbst in den plötzlich verspiegelten Flächen des Kastens entdeckt. Er wird zum Voyeur. Einzig die Bühne Kampnagels eignet sich für diesen diffizilen Aufbau, den die Bühnenbildnerin Annette Murschetz entwickelt hat. Das Publikum sitzt ganz dicht dran an dieser herausragenden, packenden und aufwühlenden Inszenierung.

„Es ist ein Kammerspiel voll emotionaler Wucht, das intensiv ins Herz trifft.“ 3SAT

 

„Wie die wunderbare Bibiana Beglau das spielt, wie sie von herrischer Arroganz in den zärtlichen Modus einer Liebenden mit Suchttendenz und maßlosem Besitzanspruch wechselt, um am Ende Höllenqualen des Schmerzes zu durchstehen, wie kalt und glühend sie sein kann, wie hochfahrend und am Boden zerstört, wie sie das alles aus ihrem schmalen, knochigen Körper zu holen und diesen selbst ins Spiel zu bringen, ja schier aufs Spiel zu setzen versteht - das ist ganz große Klasse. Ein Wahnsinns-Parforceritt auf Monster-High-Heels, quälend manchmal, dem zuzusehen.“ Süddeutsche Zeitung

 

„Was in Fassbinders Film gemächlich piekst, wird bei Kušej zum furios brennenden Schmerz-Inferno [...]“ nachtkritik.de

„Selten sieht das Geniale so leicht aus wie hier.“ Theater der Zeit

 

„Bibiana Beglau in der Titelrolle powert in diesem eiskalten Kammerspiel mit atemberauben Nuancenwechseln und offenbart, wie jenseits von Macht und Eitelkeit nur noch rasende, sehnende, trauernde Zerrissenheit bleibt [...]“ in-muenchen.de

 

„[...] ein großartiges theatrales und ästhetisches Ausrufezeichen [...]“ B5, Kultur am Sonntag

Die Inszenierungen Matin Kušejs, seit 2011/12 Intendant des Münchner Residenztheaters, ab 2019 Intendant der Wiener Burg, wurden vielfach ausgezeichnet; u.a. erhielt er 2008 den Nestroy in der Kategorie Regie. Dreimal wurden seine Arbeiten zum Berliner Theatertreffen eingeladen, dreimal bereits auch zum Hamburger Theater Festival (u.a. mit »Der Weibsteufel«). Für »Die bitteren Tränen der Petra von Kant« erhielt er als »bester Regisseur« den Deutschen Theaterpreis Faust.
 

Seit sie von 2009 bis 2011 zum Ensemble des Thalia Theaters gehörte, liebt ganz Hamburg Bibiana Beglau. Es sind die beladenen und komplizierten Charaktere, die die Schauspielerin reizen – und für deren Darstellung sie vielfach ausgezeichnet wurde. Ihre Petra von Kant erhielt den Kurt-Meisel-Preis.